Was bisher geschah… 

Geboren bin ich in den 80ern und wurde wie die meisten Katholiken zwangsgetauft. Das ist um so skurriler da meine Eltern schon Atheisten waren. 

Tatsächlich glaubten damals noch viele,  dass die Taufe zur Anmeldung des Nachwuchses dazu gehört. Außerdem wollte man kein Gerede. Somit war ich quasi ein katholischer Atheist bei der Geburt. 

Natürlich war es leicht als Kind an den “lieben Gott”  zu glauben, es war dasselbe wie Christkind und Osterhase. Mit 6 Jahren wusste man schon, dass da eigentlich die Mama dahinter steckt. 

Und so wuchs ich mit dem Wissen auf, das Gott ein Märchen ist. Den haben die Menschen erfunden, als sie sich die Dinge noch nicht durch Wissenschaft erklären konnten. 

Doch mit 18 Jahren, da haben sie mich erwischt. Auf der Sinnsuche geriet ich in die Fänge einer Sekte. 

Schulabrecher ohne Perspektive sind leichte Beute. Der Glaube mein Leben sei eine Prüfung. Die Bestärkung, dass es mir schlecht geht und ich es dadurch später besser haben würde. Ich war in dieser Zeit sehr suizidal. Ich war einsam und wollte, dass die Prüfung endlich vorbei ist. 

2 Jahre wurde ich von meiner “Gemeinde” bearbeitet. Ich sollte mich von meinen Eltern trennen, damit sie mich besser kontrollieren können. 

Am Ende war die Bindung an meine Familie aber einfach stärker und half mir beim Ausstieg. Aber der Glauben, die Hoffnung auf ein besseres Leben als “guter Christ”  die blieb. 

Ich suchte nach Beweisen. Ich wälzte alte Bücher mit Prophezeiungen um einen Vorsprung zu haben. Und so geriet ich in die Verschwörungsszene. Eine Mischung aus Gott und allmächtigen Aliens. 

Der Majakalender war besonders beliebt vor 2012. Aber gerade der war dann auch irgendwann das Ende meines Glaubens. Langsam gingen mir die Augen auf. 

Endzeitverehrer suchten Ausreden warum am 21.12.2012 nichts passiert ist. “die Umwälzungen würden im Geheimen stattfinden”, die Bilderberger würden immer wieder gegen die Prophezeiungen arbeiten”.

Die Verschwörungsszene machte mich psychisch krank. “böse Geister” verursachten schlimme Albträume. Und da dämmerte es mir langsam. Ich hatte einen Nervenzusammenbruch. Und davon musste ich mich erholen. Und in dieser Erholungsphase kam ich endlich an den Punkt wo ich heute bin. 

Ich bin Atheist. Ich bin das Tier Mensch. Mein Leben ist endlich und lebenswert. Ich habe keine Albträume mehr. Keine “prophetischen” Visionen vom Ende der Welt. 

Ich schlafe gut, ich bin tagsüber wach und stehe mit beiden Beinen im Leben. Ich gehe gerne raus. 

Ich sehe die Wahrheit hinter den ganzen Verschwörungstheorien. Die Einsamkeit und das Minderwertigkeitsgefühl. Religion und Verschwörungsszene geben einem das falsche Gefühl in einer Gemeinschaft zu sein und als einziger den Durchblick zu haben. 

Auf Facebook gibts die Seite “der goldene Aluhut”, dort kann ich heute schmunzeln und sehe wie sich alle widersprechen, nur weil jeder einzelne seine ultimative Wahrheit propagieren will. 

Heute bin ich Atheist und glücklich. Und wie geht’s euch? 

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