Was sie schon immer über Aromen wissen wollten

​Aus dem Archiv rekonstruiert.  Ursprünglich gepostet im Mai 2015.

Wie versprochen geht es diesmal um die Aromen die unseren Liquids hinzugefügt werden damit der Dampf nicht nur sanft sondern auch lecker abgeht. Um mir selbst keinen Ärger zu machen und weil ihr ja eh alle wisst wer gemeint ist nenne ich keine Namen von sogenannten Experten sondern ersetze sie durch lustige Pseudonyme.

Daher zu unserer ersten Behauptung von Dr. “Schwarzzahn”. Dr. Schwarzzahn hat im Fernsehen zu uns gesprochen und sich dann auch noch in einer Zeitung interviewen lassen siehe hier. Im Fernsehen sagte er es gäbe 7000 bekannte Aromastoffe und einige davon seien krebserregend. Tja ich habe recherchiert laut BfR (die ja nicht gerade pro Dampf sind) gibt es sogar 10000 bekannte Aromastoffe, aber nur 2500 werden zur Herstellung von Aromen eingesetzt. Es sind für uns nur diese 2500 von Interesse, denn die Liquidhersteller sind auch keine Alchemisten und greifen natürlich auf bereits zugelassene Aromen zurück. Vorab krebserregende Aromen konnte ich bei meiner Recherche nicht finden, eventuell befinden sie sich unter den 7500 die nicht für die Herstellung von Aromen genutzt werden, das wäre dann natürlich besonders gerissen von Dr. Schwarzzahn.

Folgende Aromen sind zu unterscheiden:

Natürliche Aromastoffe werden mit physikalischen, enzymatischen oder mikrobiologischen Verfahren aus pflanzlichen, tierischen oder mikrobiologischen Ausgangsstoffen hergestellt, z.B. durch Extraktion und Destillation. Beispiele: Vanillin aus Vanilleschoten und L-Menthol aus Pfefferminzpflanzen.

Naturidentische Aromastoffe werden chemisch (synthetisch) hergestellt und sind mit einem natürlichen Aromastoff chemisch gleich. Beispiele: Vanillin und L-Menthol.

Künstliche Aromastoffe werden durch chemische Synthese gewonnen und kommen in Lebensmitteln nicht natürlich vor. Beispiel: Ethylvanillin.

Aromaextrakte werden mit physikalischen, enzymatischen oder mikrobiologischen Verfahren entweder aus Lebensmitteln oder aus Stoffen pflanzlichen, tierischen oder mikrobiologischen Ursprungs, die keine Lebensmittel sind, gewonnen. Es sind komplexe Stoffgemische, deren Zusammensetzung in Abhängigkeit der verwendeten Rohstoffe variieren kann.

Beispiel: ätherische Öle wie Citrus-, Anis- oder Fenchelöl.

Reaktionsaromen werden durch kontrolliertes Erhitzen einer Mischung aus verschiedenen Zutaten gewonnen, die nicht unbedingt selbst Aromaeigenschaften besitzen. Wie beim Backen und Braten entstehen dabei Röstaromen. Wichtige Ausgangssubstanzen sind Stickstoff (z.B. aus Eiweißbausteinen) und ein reduzierender Zucker (z.B. Traubenzucker).

Raucharomen werden aus Rauch hergestellt, der bei den herkömmlichen Verfahren zum Räuchern von Lebensmitteln eingesetzt wird. Dazu werden bestimmte Hölzer unter kontrollierten Bedingungen (Temperatur, Luftzufuhr etc.) verbrannt. Der Rauch wird in Wasser eingeleitet, fraktioniert und gereinigt. Dabei werden „Primärrauchkondensate“ gewonnen, aus denen unter Verwendung von Trägerstoffen Raucharomen hergestellt werden.  Diese werden in die Lebensmittel direkt eingearbeitet oder im Tauch- oder Sprühverfahren auf die Oberfläche aufgebracht. Geschmacksgebende Bestandteile von Raucharomen sind vor allem Phenole und Carbonylverbindungen (Aldehyde und Ketone). Im Rauch kommen aber auch unerwünschte Stoffe vor, z.B. polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe wie Benzo[a]pyren. Der Gehalt solcher Stoffe im Raucharoma ist gesetzlich begrenzt und kann durch kontrollierte Herstellungsbedingungen niedrig gehalten werden.

Trägerstoffe

Viele Aromastoffe sind sehr geschmacksintensiv. Sie lassen sich in konzentrierter Form schlecht verarbeiten. Deshalb werden zur Verdünnung Trägerstoffe – z.B. Alkohol, Stärke oder Milchzucker (Laktose) – verwendet, die mit den Aromastoffen vermischt werden. Nach Angaben der Aromenhersteller kann in den verarbeiteten verzehrfertigen Lebensmitteln bis zu 0,2 % Alkohol vorkommen (Quelle: Deutscher Verband der Aromenindustrie e.V., www.aromenhaus.de).

Es gibt auf EU-Ebene sogenannte Gremien an denen unter anderem die WHO beteiligt ist. Aufgabe dieser Gremien ist es die Bedenklichkeit der Aromastoffe einzuschätzen. Bis zum Jahr 2000 wurden 600 Aromastoffe als unbedenklich eingestuft, seit 2000 wurden 2100 weitere Stoffe untersucht wovon 1700 bereits als unbedenklich eingestuft wurden. Zu etwa 400 Aromastoffen fordert das Gremium zusätzliche toxikologische Studien, bevor die Bewertung abgeschlossen werden kann (es kann also sein, dass auch diese die Unbedenklichkeitsbescheinigung noch erhalten).

Folgende Stoffe mit Aromaeigenschaften sind gesundheitsgefährdend und dürfen daher nicht eingesetzt werden: Agaricinsäure, Aloin, Capsaicin, Cumarin, Hyperizin, Beta-Asaron, Estragol, Blausäure, Menthofuran, Methyleugenol, Pulegon, Quassin, Safrol, Teucrin A und Thujon. Ihr solltet also bei Kauf in Deutschland keine Aromen erhalten die einen dieser Stoffe beinhalten. Bitte beachtet aber, dass die meisten dieser Stoffe natürlich in Lebensmitteln vorkommen (hier gibt es Höchstgrenzen die eine Gesundheitsgefährdung ausschließen sollten).

Da Dr. “Schwarzzahn” und Frau Dr. ” Wir müssen an die Kinder denken” gerne auch auf die Möglichkeiten einer Aromaallergie hinweisen, sei folgendes gesagt: Etwa 1 bis 3 % der Erwachsenen leiden an Lebensmittelunverträglichkeiten. Davon ist nur ein Teil immunologisch bedingt (Allergien), während der andere Teil auf andere Mechanismen zurückzuführen ist (Pseudoallergien). Das Immunsystem reagiert in erster Linie auf größere Biomoleküle wie Proteine. Aromastoffe dürften insofern – wenn überhaupt – nur einen geringen Anteil an den Lebensmittelallergien haben. ( ein geringer Anteil von 1-3% also 0,0…..%). Wie schon weiter oben ausgeführt, kann Milchzucker als Trägerstoff für besonders intensive Aromen verwendet werden, Milchzucker ist aber kennzeichnungspflichtig, ihr müsste also beim Aromakauf darauf achten und es kann nicht passieren (bin ja selbst Laktoseintoleranz und wenn in meinem Bananamilkshakeliquid Laktose drin wäre hätte ich es sicher schon gemerkt 🙂 )

Ein besonderer Fall ist Perubalsam, das Harz des Balsambaumes, das rund 30 Substanzen enthält. Perubalsam wird als natürliches Aroma z.B. in Backwaren eingesetzt und kann Unverträglichkeitsreaktionen auslösen. Perubalsam ist das vierthäufigste Kontaktallergen und kann bei oraler Aufnahme eine Systemische Kontaktallergie auslösen. Der Verband der Aromenindustrie hat auf diese Problematik reagiert und seinen Mitgliedern empfohlen, kein Perubalsam in Lebensmitteln einzusetzen.

Meine Recherche zu Perubalsam hat ergeben, dass es wohl einen bitteren Vanillegeschmack hat. Da ich nicht weiß was die Herstellung von Vanillin bzw. Perubalsam kostet, besteht natürlich die Möglichkeit, dass Aromen aus 3.Weltstaaten die unsere Standards nicht haben, Perubalsam nutzen, da sich Vanillin aber sehr leicht extrahieren und auch künstlich herstellen lässt, greift einfach zu Produkten aus der EU und nicht aus Schwellenländern wenn ihr sicher sein wollt. Als Fan von Hardware aus China (Joyetech, Eleaf und Konsorten) will ich nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass Aromen aus China gefährlicher sind. Ein Blick in die Fabriken von Joeyetech (die ja auch Liquids führen) lässt eigentlich ganz gute Schlüsse zu, es wird dort teilweise sauberer gearbeitet als in Deutschland oder Österreich, jedenfalls sauberer als in meiner Küche wo ich meine Liquids mixe.  Und am Ende zählen nur eure eigenen Standards nicht die der EU, denn ich nutze ja auch immer noch einen Holzkochlöffel und keinen Kunststoff wie die EU es vorschreibt (für Restaurants).

Quelle: http://www.bfr.bund.de/de/aromastoffe_und_aromen-54440.html

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Ein Kommentar zu “Was sie schon immer über Aromen wissen wollten
  1. Ich habe mir zu dem Thema auch schon einige Gedanken gemacht, (Englisch)
    https://nzillatron.wordpress.com/2015/02/03/fancy-flavors/

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