Offener Brief an Puls 4 Pro und Contra

Jeder von uns wünscht sich eine offene Diskussion zum Thema E-Zigarette, Liquids und TPD2.

Ich schreibe daher an meinen Lieblingssender Puls4 da dieser mit seinem Format Pro und Contra eine gute Plattform bieten würde.
Ich hoffe, dass man das Thema aufgreift.
Hier der Brief:

Sehr geehrtes Puls4 Team,

sehr geehrte Frau Corinna Milborn,

sehr geehrter Herr Thomas Mohr,

jeden Montag schaue ich meist mit Bauchweh Pro und Contra und bin auf Twitter immer fleißig dabei. Und oft möchte man zu gerne live dabei sein in eurer Runde.

Ich finde euer Format toll und möchte daher einen Themenvorschlag einreichen, der unbedingt diskutiert werden sollte.

Es geht um das Thema „Dampfen – der alternative Genuss zum Rauchen“

Dampfen nennt man unter Konsumenten den Gebrauch von E-Zigaretten und zwar deshalb weil hier keine Verbrennung stattfindet, also kein Rauch entsteht, sondern eine Flüssigkeit (allgemein Liquid genannt) verdampft wird.

Das Dampfen gibt es in Österreich erst seit ein paar Jahren. Die Technologie wurde aber schon Mitte des 20. Jhd in den USA erfunden, konnte sich aber damals noch nicht durchsetzen, weil die Gefahren des Rauchens noch nicht so bekannt waren.

2003 wurde dann die erste E-Zigarette von Hon Lik patentiert.

Und damit trat sie ihren Siegeszug durch die ganze Welt an. Inzwischen kennt man den Dampf überall und sieht immer mehr Menschen mit E-Zigaretten in allen Formen und Varianten auf den Straßen und das ist auch gut so, denn der Dampf ist zwischen 95 und 99% weniger schädlich als Tabakrauch. Außerdem gibt es keine Belastung der Umwelt durch Dampf.

Trotz dieses Fakts wird die E-Zigarette und ihr Liquid in der EU und den USA mit aller Härte reguliert und damit gegenüber der Tabakzigarette benachteiligt.

Ein Beispiel:

In der Tabakprodukterichtlinie 2 der EU wird die Größe von Liquidflaschen auf 10ml und der Nikotingehalt auf 20mg/ml begrenzt. Begründet wird dies mit der vermeintlichen Giftigkeit von Nikotin, die aber so gar nicht vorhanden ist. Die allgemein angenommene Grenze für die Tödlichkeit von Nikotin basiert auf einem Selbstversuch im 19. Jahrhundert, der nicht tödlich aus ging und daher nur beweist, wieviel nicht tödlich ist. Inzwischen weiß man, dass die Gefahr weitaus geringer ist.

Der einzig bekannte Todesfall durch Nikotinvergiftung (ein Suizid) benötigte 10.000 mg Nikotin. Wenn man also die Grenze großzügig bei 5000mg setzen würde, wäre das eine Flaschengröße von 250ml mit 20mg/ml Nikotin.

Die gängigen Liquidhersteller nutzen Flaschen mit 30 bis 120 ml und dabei Nikotinstärken von 3 oder 6 mg/ml. Man käme also gerade mal auf 720mg Nikotin bei einer 120er Flasche mit 6 mg/ml. Also eine Menge mit der eine tödliche Vergiftung unmöglich ist. Maximal führt diese Menge zu Übelkeit und Erbrechen.

Es gibt also keine Begründung für die Regulierung der Flaschengröße bei gleichzeitiger Regulierung der Nikotinmenge so wie sie hier stattfindet.

Österreich hat noch einen drauf gesetzt. Mit 20.5.2016 wurde ohne Übergangsfrist der Versandhandel mit allen Produkten rund um die E-Zigarette verboten. Also auch mit den unbefüllten Geräten. Selbst eine Tabakpfeife darf man online kaufen.

Begründet wurde das Gesetz mit dem Jugendschutz. Weil die Länder nicht in der Lage waren den Jugendschutz auf E-Zigaretten und Liquids auszuweiten, wurde der Versand verboten. Es verbietet aber kein Gesetz den Verkauf von E-Zigaretten an Kinder (!) in Trafiken oder im Fachhandel. Teilweise wurden E-Zigaretten schon an Tankstellen und in Supermärkten gesichtet.

Sie können also unkontrolliert an Kinder verkauft werden, aber dem Fachhandel wurde die Einnahmequelle abgedreht und dem Konsumenten die Auswahl genommen, denn E-Zigarettenhändler sind überwiegend Einzelunternehmen, nur wenige haben mehrere Filialen und selbst dann kann kein gemeinsames Sortiment garantiert werden.

In Vorarlberg sitzt ein Konsument der sein Liquid nicht bekommt es sei denn er fährt nach Wien und Umgebung. Bis zum 20.5. konnte er es bestellen.

Wem hat diese Regelung geholfen? Nur dem Großhandel, der Liquids in Trafiken vertreibt, damit wurde auf Umwegen erreicht, was man bereits versucht hatte. Man wollte die Liquids dem Tabakmonopol unterstellen, dieses Gesetz wurde vor dem Verfassungsgerichtshof erfolgreich bekämpft und aufgehoben. Und auch aktuell laufen die Vorbereitungen für eine weitere Klage der Händler (zu Recht) und die Wahrscheinlichkeit, dass auch dieses Gesetz aufgehoben wird, ist sehr groß. Es hat also wieder nur Geld gekostet. Geld des Steuerzahlers.

Gerne würde ich dieses Thema mit den Vertreter von Finanz und Gesundheitsministerium in Ihrer Sendung diskutieren. Als Vertreter für E-Zigaretten-Händler sollte der VFFED eingeladen werden, für die wissenschaftlichen Informationen Herr Prof. Bernd Mayer von der Uni Graz und natürlich müssen auch die Konsumenten durch den ÖDC vertreten werden.

Und natürlich würde ich gerne selbst teilnehmen.

Ich bin ein bisschen von allem. Ich blogge über das Thema E-Zigaretten und Politik, mein Partner ist Liquiddesigner und außerdem im E-Zigarettenhandel angestellt. Und ich schreibe überregional in einer Fachzeitschrift für Dampfer.

Weitere Informationen und Kontaktdaten finden Sie in den Quellen.

Ich hoffe von Ihnen zu hören.

Mit freundlichen Grüßen

Elisabeth Eder

P.S. das Schreiben an die Redaktion wird auf meinem Blog veröffentlicht.

Quellen:

https://en.wikipedia.org/wiki/Hon_Lik

https://www.elekcig.de/docs/Public-Health-England-E-Cigarettes-an-evidence-update-Deutsche-Uebersetzung.PDF

https://lilithssite.wordpress.com/2016/11/20/ueber-die-vermeintliche-giftigkeit-von-nikotin/

https://lilithssite.wordpress.com/

http://www.vffed.at/

http://www.oedc.at/web/index.php/de

http://www.bernd-mayer.com/

3 Kommentare zu Offener Brief an Puls 4 Pro und Contra

  1. Nach vielen gescheiterten Versuchen mit dem Rauchen aufzuhören ist es mir nun endlich nach 35 Jahren dank der E-Zigarette gelungen!!! Bin nun seit über 8 Monaten Rauchfrei!!!! Mir geht es gesundheitlich schon wesentlich besser. Keine Atemnot, Migräne u. keine Durchblutungsstörungen mehr. Geruchs- u. Geschmackssinn hat sich verbessert!! Bin somit eine glückliche Dampferin!!!!
    Regulierung ist ein Witz und ein Verbrechen an der Gesundheit der Menschen!!!
    Mit freundlichen Grüßen
    Lydia K.

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