Die EU und die Türkei

Ich schaue morgens immer Cafe Puls wegen der Nachrichten.Heute wieder ein Thema, die Beitrittsverhandlungen der EU mit der Türkei und nach allem, was in den letzten Monaten passiert ist, kann ich ehrlich nicht verstehen, warum Außenminister Sebastian Kurz der einzige ist, der sich offen gegen die Beitrittsverhandlungen ausspricht.

Wie kann man mit einem Regierungschef Erdogan noch verhandeln wollen. Diese Verhandlungen können nur schlecht enden. Es gibt natürlich auch Länder, die bereits in der EU sind und nach den Entwicklungen in diesen Ländern eigentlich auch nicht zum Grundgedanken eines gemeinsamen Europas passen. Polen zum Beispiel.

Sinn der EU ist neben dem freien Warenverkehr ja auch die Reisefreiheit. Aber in einigen EU Ländern und in der Türkei herrscht nicht die Sicherheit, dass ich mich dort wirklich frei bewegen kann. Ich meine, ich halte mich auch bewusst aus Ländern fern, deren Gesetze den Menschenrechten widersprechen. Ich würde auch nicht nach Dubai reisen, auch nicht wenn ich noch so reich wäre.

Ein Land, dass die Todesstrafe wiedereinführen will, wie die Türkei, disqualifiziert sich als EU Land, aber in Brüssel werden offensichtlich andere Interessen verfolgt. Und aus „wir verhandeln wenn ihr die Flüchtlinge nehmt“ wurde plötzlich „wenn ihr nicht spurt, dann schicken wir alle Flüchtlinge durch“.

Vielleicht sollte man sich endlich um die Fluchtursachen kümmern.

Es gab eine Zeit, da war die Türkei auf dem richtigen Weg und ich hätte einem Beitritt sofort zugestimmt, aber so wie es heute ist, kann ich mich nur klar dagegen aussprechen.

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2 Kommentare zu “Die EU und die Türkei
  1. PepeCyB sagt:

    Demokratie, Freiheit und Menschenrechte sind bei den „bedeutenden“ Politikern in der EU nebensächlich, wenn diese wirtschafts- oder machtpolitischen Interessen oder dem eigenen Geldbeutel entgegenstehen. Die würden auch ihre Mütter für diese Dinge verkaufen. Habe wenig Hoffnung auf Rückgrat und Haltung… sie werden sich weiter am Nasenring durch die Manege ziehen lassen. Als Deutscher (Staatsangehöriger) beneide ich Euch um Herrn Kurz… ganz ehrlich.

    Was das Beispiel „Polen“ anbelangt, wäre ich selbst eher zurückhaltend, mir ein Urteil zu bilden. Die Informationen, die man uns bietet, kommen aus der Mainstream-Presse… da kann und darf man sich nicht drauf verlassen. Ich maße mir nicht an, zu urteilen, ob es um „Polen“ wirklich so schlecht steht, weil ich keine gesicherten Informationen aus erster Hand habe.. Könnte ich mir sicher auch irgendwie beschaffen, bewegt mich aber nicht so, dass ich mir (derzeit) die Mühe machen will.
    Manipulative Pressemeldungen (à la PG ist Frostschutzmittel… was wir ja zur Genüge kennen) gibt es auch in diesen Bereichen, was ich inzwischen durch meinen dauerhaften Aufenthalt in Ungarn festgestellt habe.

    • ellililith sagt:

      Ich glaube, dass die polnische, wie die ungarische Bevölkerung gute Leute sind. Aber die Regierungen machen mach nachdenklich. In Polen ist es die Einstellung zur Abtreibung, die ich besonders traurig für die Frauen finde. Aber ich hatte eben immer schon eine sehr liberale Einstellung.

      Alles was zu sehr nach Kirche riecht ist mir unsymphatisch. So bin ich einfach.

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