Weihnachten

Gerade noch in den N24 Nachrichten gehört: „Seit jeher feiern wir am Heiligabend die Geburt Christi“.

Falsch. Lange bevor die Geburt Christi auf den 24.12. datiert wurde, wurde zu dieser Zeit die Wintersonnenwende gefeiert. Schon alte heidnische Bräuche machten Geschenke zu dieser Zeit üblich. Viele verfallen gerade zu dieser Zeit auch in die Heuchelei, prangern den Kommerz zu Weihnachten an (vielleicht als Kind die Eisenbahn nicht bekommen, wer weiß?). Die selben Leute fröhnen das ganze Jahr über dem Kommerz, erst wenn sie andere beschenken sollen, wird das Fest der Liebe heraus gekramt.

Tja auch Atheisten feiern Weihnachten. Eine liebgewonne Tradition. Auch ohne Heiland kann man die Zeit mit der Familie genießen und man kann sich erst recht beschenken.

Ich liebe es Geschenke für Freunde und Familie zu finden. Ich freue mich immer wenn ein Geschenk echte Freude in den Augen erzeugt.

Mir persönlich zeigt ein Geschenk immer, ob mich jemand kennt und schätzt. Dafür muss es weder teuer noch gekauft sein. Auch nette Worte an der richtigen Stelle können ein unglaublich schönes Gefühl erzeugen. Aber ja, wenn man das Geld übrig hat, ist es kein Kommerzfest, nur weil man jemanden einen Wunsch erfüllt, den er/sie sich selbst nicht erfüllen könnte.

Mal angenommen man ist ein alleinerziehendes Elternteil und kommt kaum über die Runden. Das eigene Kind könnte großes erreichen, aber würde es aufgrund der sozialen Stellung niemals schaffen. Wäre es dann nicht ein tolles Geschenk finanzielle Vorkehrungen für dieses Kind zu treffen und damit eine große Last vom Elternteil zu nehmen. Dies wäre in Zahlen ein sehr teures Geschenk, aber kein Kommerz sondern eine große Geste.

Während für mich ein Smartphone nur ein Luxusgut ist, denn ich habe bereits 3 hier rumliegen (billig aber vollfunktionsfähig also was solls) und außerdem habe ich einen Computer und eine Jahreskarte und kann somit meine Familie immer erreichen und immer besuchen, ist es für einen Kriegsflüchtling, der von der Familie getrennt wurde, die einzige Möglichkeit Kontakt zu halten. Auch hier wäre ein Smartphone also eine schöne Geste und kein Kommerz.

Ein paar Schuhe für einen Obdachlosen sind für ihn/sie ein tolles Geschenk, vor allem wenn sie neu und passend sind und sind bereits für 20€ zu kriegen. Ein paar Schuhe für eine Frau/einen Mann, der bereits 20 Paar hat, die er kaum trägt, ist purer Luxus.

Also ja gebt Geld aus zu Weihnachten. Macht euch Gedanken. Verschenkt ruhig was gebrauchtes, wenn ihr wisst, dass jemand anderer sich genau über dieses Teil von euch freut. Spendet euer altes Handy an Bedürftige und habt dann kein schlechtes Gewissen, dass ihr euch das neueste IPhone gönnt.

Spendet gut erhaltene Kleidung in die Sammeltonne ohne Gedanken, wer dies mal tragen wird, und gönnt euch dafür mal wieder ein schickes neues Teil, wenn ihr gerade das Geld dafür habt.

Nicht nur an Weihnachten sondern auch das restliche Jahr über solltet ihr immer wieder daran denken, dass ihr auch geben können.

Also einfach mal den Kleiderschrank ausmisten, die alten Handys auf Werksreset, die Konserven, die ihr eh nie öffnen werdet. Alles mal zusammenpacken und bei der nächsten Sammelstelle abgeben. Ihr werdet es bereits in den Augen der Freiwilligen sehen. Die Freude über die einfachsten Dinge. Dinge, die für euch keinen Wert mehr haben, aber für andere überlebenswichtig sein können.

Ja ich bin jetzt ein bisschen sentimental geworden.

Aber schenken zu Weihnachten ist für mich kein Kommerz, es ist ein Zeichen, dass sagt „ich denke an dich“.

Am Ende zählt nur, dass ihr gebt. Nehmt euch Zeit und denkt über Geschenke nach. Schenken ist etwas wunderschönes und Österreich nicht ohne Grund ein sehr spendenfreudiges Land.

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