Manchmal muss ich die Dinge aussprechen

Ich habe vor kurzem mal in den Anfang von Teenager werden Mütter reingezappt.

Normalerweise schaue ich mir das nicht an, aber als ich von einer 13-jährigen Schwangeren hörte, war ich neugierig.

Es stellte sich heraus, dass nicht nur die 13-jährige kurz vor der Niederkunft stand, auch ihr Bruder hat bereits ein Teenagermädchen geschwängert, (war wohl in einer früheren Staffel), damit ist zumindest klar, dass die Mutter der Kinder beiden das Verhüten nie nahe gelegt hat und die Schule in der Aufklärung ebenso versagt hat.

Kleiner Exkurs am Rande, damit wäre bewiesen, dass jene die immer von Frühsexualisierung durch Aufklärungsunterricht faseln, absolut realitätsfremd sind, in Zeiten des Internets und Social Media finden die Kinder noch viel früher raus, was sie wo reinstecken müssen, nur leider fehlen in den besagten Videos immer die Kondome. Das überstreifen dieser sollte in Nahaufnahme gezeigt werden.

Doch was mich noch viel mehr verwundert hat war, dass diese Schwangerschaft trotzdem fortgeschritten war. In Österreich ist es sehr wohl möglich eine Schwangerschaft abbrechen zu lassen und gerade in diesem Alter werden auch von Moralaposteln deutlich weniger Fragen gestellt.

Ich finde es unverantwortlich von den Eltern, dass sie es nicht schaffen, dem Kind Verantwortung in Sachen Verhütung beizubringen und dann nichtmal so weit sind, dass sie für eine Abtreibung sorgen.

13-jährige haben definitiv nicht die emotionale Reife um diese Entscheidung zu treffen.

Und bevor jetzt die Pro Lifer kommen um mir von den psychischen Konsequenzen zu erzählen die eine Abtreibung hat. Vergesst es. Diese dauern nicht lange an, wenn man offen mit dem Thema umgeht.

Ich selbst habe einen Schwangerschaftsabbruch machen lassen. Ich war bereits 29 und hatte keinen Druck durch irgendjemanden. Ich habe diese Entscheidung für mich als die richtige getroffen und sie nie bereut. Ich habe mir nie gedacht, wie alt das Kind jetzt wäre.  Ich hatte meine Familie hinter mir und bin kein bisschen traurig gewesen.

Für mich war es nur ein Eingriff unter Kurznarkose der mit Bauchschmerzen nach dem Aufwachen endete. Das einzige was schmerzte waren die 500 Euro dafür.

Heute habe ich mein Geld in eine sichere Verhütungsmethode (Hormonspirale) angelegt und wenn diese raus ist, werde ich eine Sterilisation in Erwägung ziehen.

Übrigens wurde ich schwanger, weil ich mir Verhütung über einen langen Zeitraum nicht leisten konnte und in dem Glauben war nicht schwanger werden zu können (aufgrund einer Grunderkrankung).

Als sich die Freude über eine doch eingetretene Schwangerschaft so gar nicht einstellen wollte, war die Entscheidung also schnell getroffen.

Zurück zum eigentlich Thema. Kinder sollten keine Kinder bekommen und sowohl Eltern sollten diese emotional zur richtigen Entscheidung führen und ihnen die Strapazen einer Schwangerschaft ersparen, sowie der Staat die Abtreibung für unter 18-jährige immer finanziell übernehmen sollte und zwar im Voraus, den gerade Teenager (denen ggf. die familiäre Unterstützung fehlt) können nicht mal eben, 300 bis 800 Euro für diesen Eingriff aufbringen.

Ich habe mich lange gefragt ob ich dieses kontroverse Thema ansprechen soll. Aber wenn ich den Mund nicht aufmache, dann hört man da draussen nur die ProLifer, die Bereuer und die Moralapostel, die aus einem Zellgebilde ohne Hirn oder Nervenfasern, dass keinen Schmerz spürt, ein kleines Menschenleben machen und uns so Schuldgefühle einreden wollen.

Ich bin ein Mensch der Wissenschaft, ein Atheist und Philanthrop (außer in der U-Bahn, da hasse ich alle Menschen). Ich bin für das medizinisch völlig legitime Recht auf Abtreibung ohne gebrandmarkt zu werden und ohne zu fürchten vor der Klinik von Gegnern mit Dreck beworfen zu werden, weil ihnen meine Entscheidung nicht passt (was mir zum Glück nicht passierte).

Ich bin dafür dass man jungen Mädchen in den ersten Wochen der Schwangerschaft, diese Alternative medizinisch realistisch darlegt und ihnen nicht einredet, dass sie es bereuen könnten. Wenn überhaupt bereut man es leider allzu oft, darüber geredet zu haben.

Zum Glück habe ich Familie und Freunde, die nicht so sind.

Und jetzt kann es ruhig auch der Rest der Welt mal hören, denn ich stehe zu meiner Entscheidung und ich stehe zu meiner Meinung.

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